Bei der jährlichen internationalen Erfindermesse iENA wurden im Oktober 2023 in Nürnberg wieder zahlreiche Erfindungen vorgestellt und prämiert. Dazu fand am 12.12.2023 im Landespatentzentrum Thüringen (PATON) an der TU Ilmenau die Auszeichnungsveranstaltung für alle Thüringer Beiträge, sowohl aus der Wirtschaft als auch aus der Wissenschaft, statt. Die Arbeitsgruppe Bliedtner durfte dort gleich zwei Auszeichnungen entgegennehmen.

Eine Goldmedaille wurde mit der Erfindung „Graduierte und adaptive Polierwerkzeuge sowie Verfahren zu deren Herstellung" gewonnen. Bei der Erfindung handelt es sich um additiv herstellbare, vollflächige Polierwerkzeuge aus Photopolymeren. Durch das Polyjet Druckverfahren ist es möglich, zeitgleich mehrere Materialien in sehr hoher Auflösung zu drucken, wodurch eine Härteanpassung verschiedener Polierbereiche zu Verbesserung der Oberflächenqualität und Oberflächengenauigkeit sowie eine Verkürzung der Polierzeit realisiert werden kann. Die Medaille wurde den Miterfindern Christian Schulze, Sebastian Henkel und Prof. Jens Bliedtner überreicht.

Eine Silbermedaille wurde erzielt mit der Erfindung „Inverse Schichterzeugungskinematik für den modularen Einsatz in Lasermaterialbearbeitungsanlagen". Das erfundene Anlagenmodul ermöglicht die laserbasierte additive Fertigung in handelsüblichen Lasermaterialbearbeitungsanlagen. Die Erfindung erweitert die Funktionen bestehender Anlagen durch einen modularen Aufbau und ein innovatives kinematisches Prinzip. Der Miterfinder Felix Thumann präsentierte die Erfindung den anwesenden Gästen und erhielt zusammen mit Prof. Jens Bliedtner die Auszeichnung.

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linkes Foto: Jens Dahlems, PATON-PTH

Auf dem Doktorandenkolloquium 2023 der EAH Jena wurden 12 Poster von Promovierenden ausgestellt und mit einem 1-minütigen Poster Pitch vorgestellt. Die AG Bliedtner wurde hierbei durch Robin Hassel (Additive Fertigung komplexer 3D-Strukturen auf der Basis von wasserlöslichen Alkalisilicaten) und Samson Frank (Optischer Kohärenztomographie in der Optikfertigung) vertreten. Für den vom Publikum vergebenen Best Poster Award konnte das Promotionsthema von Herrn Frank überzeugen und wurde mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch dazu!

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Der Tag der Forschung findet seit 2001 an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena statt, um Forschungsaktivitäten der Hochschule vorzustellen. Auch zur diesjährigen Ausgabe am 18.10.23 wurde neben zahlreichen FuE-Vorträgen aus den verschiedenen Fachbereichen auch studentische Forschungsthemen präsentiert. Tradition hat in diesem Zusammenhang die Endrunde des jährlichen Posterwettbewerbs, in die es mit Thekla Boeckh und Lisa Tewes gleich zwei Studentinnen der AG Bliedtner geschafft haben. Im Rahmen dessen erreichte Frau Tewes mit ihrem Beitrag zur "Messtechnischen Charakterisierung von porösen Glasbauteilen" den hervorragenden ersten Platz, wozu wir an dieser Stelle rechtherzlich gratulieren!

Tag der Forschung 2023

Foto: Sina Großer, EAH Jena

Projekt-Kick-Off für “MoKI-pro”: Modell- und KI-unterstützte Produktionsprozesse

Die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena, die Technische Hochschule Deggendorf (THD) und die Hochschule Aalen (HSA) bauen im Rahmen des durch das BMBF-geförderten Programms „FH-Kooperativ“ gemeinsam mit einem Projektkonsortium aus 28 Partnern ihre Kooperation auf dem Gebiet der digitalisierten und vernetzten Optikfertigung weiter aus. Mit einem hybriden Kick-Off an der EAH in Jena unter zahlreicher Teilnahme der Forschungs-, Netzwerk- und Industriepartner ist das auf vier Jahre angelegte Projekt mit wertvollen Impulsen aus der Industrie gestartet.

Kernziel des Projektes ist die umfangreiche Digitalisierung, Charakterisierung und Modellierung der verschiedenen Stufen des Optikfertigungsprozesses vom Schleifen bis hin zum Polieren. Hierfür werden große Mengen Daten von Firmen und Forschungspartnern auf einem zentralen Big Data Cluster gesammelt und mit Datenanalysemethoden ausgewertet. Um aussagekräftige Informationen über die Prozesse zu erhalten, wird die Sensorik und Messtechnik entlang der Optikfertigungskette ausgebaut und weiterentwickelt. Unter anderem entstehen Tools, basierend auf Acoustic Emission Monitoring und hochauflösender Optischer Kohärenztomographie (OCT) für eine zerstörungsfreie Prüfung optischer Komponenten. Bei einer erfolgreichen Überführung dieser Messverfahren in die industrielle Anwendung soll eine bessere qualitative Überwachung der Produktionsprozesse möglich werden. Oberflächenunvollkommenheiten, wie feinste Risse und Defekte im oberflächennahen Bereich, die während der Optikfertigung entstehen, können so künftig besser erkannt werden, was eine nachhaltigere Produktion ermöglicht.

Durch den Ausbau der Sensor- und Messtechnik wird eine tiefgehende Analyse der komplexen Fertigungsprozesse ermöglicht. Entstehendes Prozess-Know-How und Analyse-Tools sind Voraussetzung für die Adressierung steigender Qualitätsanforderungen in der Optikfertigung für Anwendungen in Halbleiterherstellung, Telekomunikation, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt und weiteren Branchen des Technologiestandorts Deutschland.

Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena koordiniert das Projekt und wird in diesem Rahmen mit insgesamt 657.000 € gefördert. Inhaltliche Schwerpunkte zu den Themen Big Data, Optiktechnologie und Optische Kohärenztomographie werden an der EAH Jena durch ein interdisziplinäres Forschungsteam von Prof. Dr. Christian Erfurth (Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen) und Prof. Dr. Jens Bliedtner (Fachbereich SciTec) adressiert.

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Projektkoordination: Prof. Dr. Jens Bliedtner

Weitere Informationen:

http://www.openlab-for-oct.de

http://www.eah-jena.de

https://www.moki-pro.de

https://nachrichten.idw-online.de/2023/03/09/projekt-kick-off-fuer-moki-pro-modell-und-ki-unterstuetzte-produktionsprozesse

Auf der internationalen Fachmesse „Ideen – Erfindungen – Neuheiten“ iENA wurden vom 27. bis 30. Oktober 2022 Innovationen aus Wirtschaft und Forschung vorgestellt. Die Arbeitsgruppe Bliedtner veröffentlichte dort das Patent „Verfahren zum Erzeugen eines optischen Codes, optischer Code sowie Verfahren zum Verifizieren eines optischen Codes“. Die Innovation ermöglicht die Herstellung individualisierter und fälschungssicherer Bauteilkennzeichnungen. Dafür werden die Prozesse Laserstrahlabtragen und -polieren kombiniert, um 3D-Sicherheitsmerkmale während der Produktmarkierung kostengünstig einzubringen. So kann bspw. die Authentizität von QR-Codes überprüft und die Bauteilnachverfolgbarkeit gesichert werden.

Die Erfindung wurde auf der iENA in Nürnberg von einer Fachjury mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Hr. Sascha Erfurt sowie Hr. Tino Rhein vom Landespatentzentrum Thüringen nahmen diese stellvertretend entgegen und übergaben sie auf der Auszeichnungsveranstaltung in Ilmenau an die Miterfinder Michel Layher und Lukas Eckhardt. In diesem Rahmen wurde die Innovation ebenfalls vor versammelten Erfindern und Gästen präsentiert.

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Am 17.05.2022 fand im Patentzentrum an der TU-Ilmenau in einer Auszeichnungsveranstaltung die feierliche Übergabe der Bronzemedaille für die Erfindung "Verfahren zum dreidimensionalen additiven Aufbau eines Formkörpers aus Wasserglas" statt. Es wurde bereits 2021 auf der internationalen Erfindermesse iENA ausgezeichnet. Pandemiebedingt konnten die Medaillen damals nur gesammelt an Herrn Erfurt vom PATON übergeben werden und die Weitergabe an die jeweiligen Thüringer Erfinder hat sich dann, aus gleichem Grund, noch etwas verzögert.

In einem kurzen Vortrag hatten wir die Möglichkeit unsere Erfindung auch den anderen anwesenden Gästen (Erfinder aus Wissenschaftseinrichtungen und Industrie, Presse, Vertreter der Politik) vorzustellen. 

Weitere Informationen zur Veranstaltung: https://www.tu-ilmenau.de/aktuelles/medaillenregen-fuer-ilmenauer-erfinderteams

Am 30.09.2021 wurde mit einem Kick-Off-Treffen der beteiligten Partner das Forschungsprojekt „VibroKI - Vibrometrie-unterstützte Optimierung von Schleifprozessen mittels KI-Methodik für die Fertigung präziser optischer Bauelemente“ gestartet. Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt im ZIM-Programm mit einer Laufzeit von 2 Jahren, das durch das BMWK gefördert wird (Förderkennzeichen KK5091604KT1). Als Projektpartner beteiligt sind die Unternehmen Polytec GmbH, die Batix Software GmbH sowie die Ernst-Abbe-Hochschule Jena als Koordinator des Vorhabens.

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Das Forschungsvorhaben befasst sich mit der Problematik des Einflusses unerwünschter Schwingungen und weiterer Einflussfaktoren auf die Oberflächenqualität beim Schleifen optischer Werkstoffe. Neben Auswirkungen auf Risstiefenschädigungen, Rauheiten und Welligkeiten sind hierbei insbesondere die sogenannten mittelfrequenten, periodischen Fehler oder Schleifstrukturen unerwünschte Oberflächen-Phänomene, welche konventionell mit langwierigen, an das Schleifen anschließenden Feinstbearbeitungsverfahren entfernt werden müssen, um optische Oberflächenqualitäten zu erlangen. Mit dem Ansatz umfangreicher Schleifuntersuchungen (EAH) in Kombination mit hochauflösenden Schwingungsuntersuchungen unter Anwendung der Laservibrometrie (Polytec) und einer KI- bzw. Machine Learning-basierten Auswertesystematik (Batix), verfolgt das Projektteam in arbeitsteiliger Arbeit und in enger Absprache das Ziel diese Problematik intensiv zu betrachten. Am Ende des Projektes sollen bei erfolgreicher Betrachtung unter anderem ein optimierter Aufbau für In-Prozess-Messungen des wichtigen Einflussfaktors Vibration bei der CNC-Bearbeitung stehen, als auch ein Software-System für die Vorhersage und ggf. Korrektur schwingungsabhängiger Bearbeitungsergebnisse beim Schleifen hart-spröder Werkstoffe.

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Fotos: Jörg Flügge (Batix)
Ansprechpartner: Sebastian Henkel

Pressemitteilung auf idw-online: hier

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