Im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour „HIGH-TECH-TOUR Thüringen“ besuchte Thüringens Wissenschaftsminister Christian Tischner am 29. Juli 2025 die EAH Jena. Auf dem Programm standen unter anderem das Virtual Reality-/Augmented Reality-Labor sowie das Zentrum für Angewandte Künstliche Intelligenz (ZAKI). Darüber hinaus informierte sich Minister Tischner über aktuelle Forschungsprojekte in den Gebieten der Multisensorik für additive Technologien sowie der Nutzung von künstlicher Intelligenz für die Optimierung von Produktionsprozessen in optischen und glasverarbeitenden Bereichen. Der Besuch war eine bedeutende Station der landesweiten Tour, bei der der Minister gezielt den Austausch mit Forschungseinrichtungen sucht und den Dialog mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fördert. Im Gespräch mit Hochschulvertreterinnen und ‑vertretern zeigte er sich beeindruckt vom Innovationspotenzial und der interdisziplinären Zusammenarbeit an der Hochschule.

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Bildquellen: Christina Nolte (EAH Jena)

„Thüringen ist heute mehr denn je ein Hightech-Standort mit internationaler Strahlkraft. Die EAH Jena steht beispielhaft für die Verbindung von angewandter Forschung, Lehre und Transfer. Hier wird nicht nur an Zukunftstechnologien gearbeitet, sondern es entstehen auch Lösungen, die unmittelbar in die Praxis überführt werden können – in der Industrie, im Gesundheitswesen oder in der Bildung“, so Minister Tischner.

Ein zentrales Element des Besuchs war das ZAKI. Es dient als Plattform für Forschende, Lehrende sowie für Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft. Als Innovationstreiber der Region übernimmt das ZAKI zentrale Transferaufgaben – von der Bündelung hochschulinterner KI-Kompetenzen bis hin zur institutionenübergreifenden Vernetzung. Dem Minister wurden mehrere anwendungsorientierte Projekte vorgestellt, in denen der Einsatz von KI entscheidende Mehrwerte schafft. Im Mittelpunkt steht hier die Optimierung technologischer Prozesse. Das Anwendungsspektrum reicht von der Mikroalgen-Bioökonomie über Verfahren der optischen und glasverarbeitenden Industrie bis hin zur Lasermaterialbearbeitung.

Im AR-/VR-Labor erhielt Minister Tischner Einblicke in innovative immersive Lehr- und Trainingsszenarien, die sowohl in der Hochschullehre als auch in der industriellen Aus- und Weiterbildung erfolgreich zum Einsatz kommen.

Die Hochschulleitung der EAH Jena zeigte sich erfreut über das Interesse des Ministers an den Forschungsaktivitäten der Hochschule.

„Der Besuch von Minister Tischner ist eine wertvolle Anerkennung unserer Arbeit. Er unterstreicht die zentrale Rolle, die die angewandte Forschung an Hochschulen für die Innovationskraft Thüringens spielt“, betont Prof. Dr. Mario Brandtner, Vizepräsident für Studium, Lehre und Weiterbildung. „Die EAH Jena sieht sich in ihrem Engagement bestärkt, ihre Aktivitäten in den Zukunftsfeldern KI, Digitalisierung und Hightech-Ausbildung konsequent weiterzuentwickeln – in enger Zusammenarbeit mit regionalen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.“

Der Optica Design and Fabrication Congress (15.-19. Juni 2025, Denver, USA) zählt zu den international bedeutendsten Fachkonferenzen auf dem Gebiet des optischen Designs und der Fertigung. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen in Bereichen wie Freeform-Optik, optische Fertigung und Messtechnik, planare Optiken (Flat Optics) sowie der zunehmende Einsatz von KI-basierten Messverfahren und innovativen Fertigungstechnologien in der modernen Optik.

Dennis Thelemann präsentierte im Rahmen der Veranstaltung aktuelle Forschungen unter dem Titel „Fabrication and measurement of optical freeforms made of fused silica with novel manufacturing technologies“. Gezeigt wurde die Herstellung einer komplexen Freiformfläche aus Quarzglas mittels optimiertem Ultrafine Grinding (UFG) sowie deren Nachbearbeitung mit zwei Polierverfahren.

Die Ergebnisse zeigen das Potenzial moderner Fertigungstechnologien für die präzise Herstellung anspruchsvoller Optikbauteile. Weitere Optimierungen sind bereits in Planung.

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Bildquelle: Prof. Robert Brunner
 

Am 18. und 19. Juni 2025 fand im Gerhard-Neumann-Bau der Hochschule Mittweida die 14. Mittweidaer Lasertagung statt. Mit einer breiten Themenvielfalt rund um die Hochgeschwindigkeits-Laserbearbeitung, UKP-Bearbeitung, Sonderverfahren, Additive Fertigung uvm. bot sich den ca. 120 Tagungsteilnehmer:innen aus dem In- und Ausland ein vielfältiges Programm. Insgesamt wurden 28 Vorträge gehalten und 15 Poster präsentiert, wobei auch die AG Bliedtner mit zahlreichen Thematiken in Form von vier Vorträgen und sechs Postern vertreten war:

Vorträge:

  • Markus Kühn: Investigating the Impact of Femtosecond Laser Parameters on the Microstructure in Additive Manufacturing of 8YSZ
  • Anne-Marie Layher: Entwicklung einer Pilotanlage für das laserbasierte Pulverbettschmelzen von Glas
  • Marina Skiba: Laserbasierte Umformung von Borosilikatglas: neue Möglichkeiten der Ultrakurzpulslaserbearbeitung
  • Robert Schmidt: UKP-Fügen von transparenten Kunststoffen

Poster:

  • Kerstin Götze: Entwicklung einer laserbasierten Technologie zur fälschungssicheren Markierung von additiv gefertigten Bauteilen mit optischen Mikrostrukturen
  • Michael Güpner: Effizienzbetrachtungen beim pulverbasierten DED-LB/M von Warmarbeitsstahl
  • Robin Hassel-Schmidt: Entwicklung eines additiven Verfahrens zur direkten Fertigung komplexer Glasbauteile mittels Faser-Extrusions-Technologie
  • Andreas Hopf: Entwicklung eines Laserstrahlschneidprozesses für die effiziente Bearbeitung von keramischen Kompositmaterialien
  • Markus Kühn: Femtosekundenlaser-gestützte LPBF-Prozessentwicklung für hochauflösenden PA12-3D-Druck
  • Anne-Marie Layher: Laserbasiertes Pulverbettschmelzen von Glasmaterialien mittels ultrakurz gepulster Laserstrahlung

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Bildquellen: Andreas Hopf und Laserinstitut Mittweida

Zum Abschluss der gelungenen Veranstaltung wurde neben dem Sommerfest zum 50-jährigen Jubiläum der Mittweidaer Lasertechnik der Staffelstab standesgemäß durch Herrn Prof. Dr. Andreas Horn an die Jena-Delegation (hier in Form von Frau Layher) übergeben. Dort wird am 04. und 05. November des kommenden Jahres die 15. Jenaer Lasertagung stattfinden.

Vom 6. bis 7. Mai 2025 fand am Technology Campus Teisnach der Technischen Hochschule Deggendorf das 12th European Seminar on Precision Optics Manufacturing unter dem Leitthema "Optical Systems and their Manufacturing" statt. Die Fachveranstaltung brachte Expertinnen und Experten aus Forschung und Industrie zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der hochpräzisen Optikfertigung zu diskutieren. Themenschwerpunkte lagen unter anderem auf der Fertigung und Vermessung optischer Komponenten in unterschiedlichen Größenordnungen, auf Standards in der Optikbearbeitung, sowie auf zukunftsweisenden Technologien in der Präzisionsfertigung und intelligenter Produktion.

Auch Dennis Thelemann aus der AG Bliedtner war mit einem Fachvortrag (Subsurface Damage Characterization in Fused Silica: Influence of Surface Quality Assessed by Optical Coherence Tomography) vertreten.

In seinem Vortrag präsentierte er eine OCT-basierte Methode zur zerstörungsfreien Analyse von Subsurface Damage (SSD) in geschliffenem Quarzglas. Die Ergebnisse zeigen eine klare Abhängigkeit von Tiefe und Verteilung der SSD vom eingesetzten Schleifverfahren. Mithilfe flächenbasierter Segmentierung konnten selbst bei niedrigen Schwellenwerten eindeutige Unterschiede zwischen Vor-, Fein- und Ultrafeinschliff nachgewiesen werden. Die Methode erweist sich als robust und reproduzierbar und bietet großes Potenzial für die Qualitätssicherung und Prozessoptimierung in der optischen Fertigung.

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Bildquelle: Samson Frank

Vom 26. bis zum 28.05.2025 fand in Goslar die 98th Glass-Technology Conference, organisiert von der Deutschen Glastechnischen Gesellschaft (DGG), statt. Als Europas wichtigste Veranstaltung zu den Fortschritten und Innovationen in der Glastechnologie zog sie auch dieses Mal wieder eine Vielzahl an Teilnehmenden aus Forschung, Industrie und den Ingenieurswissenschaften an. Diese konnten wiederum Einblicke in innovative Forschungsarbeiten und modernste Techniken rund um den Werkstoff Glas in Form von spannenden Fachvorträgen erhalten und die sich bietenden Gelegenheiten zum Networking nutzen.

Auch die AG Bliedtner war mit drei Fachvorträgen mit Schwerpunkt auf laserbasierten Prozessen rund um den Werkstoff Glas vertreten:

  • Anne-Marie Layher: Laserbasiertes Pulverbettschmelzen von phasenseparierbaren Alkaliborosilicatgläsern: Charakterisierung der material- und prozessspezifischen Verfahrensgrenzen
  • Marina Skiba: Techniken zur Mikroumformung silikatischer Gläser durch ultrakurz gepulste Laserstrahlung
  • Robin Hassel: Additive Fertigung komplexer Glasbauteile durch schichtweise Verfestigung flüssiger Alkalisilicate (Wassergläser) mittels infraroter Laserstrahlung [Invited Speaker]

98 GTC DGG Goslar

Bildquelle: R. Hassel und A.-M. Layher

Weitere Informationen zur diesjährigen Konferenz und die 2026 anstehende Jahrestagung in Würzburg sind hier zu finden.

Am 20. Mai 2025 trafen sich rund 25 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena zum ersten Workshop der neuen Forschungsgruppe „Energie- und materialeffiziente Produktionsprozesse für biogene Kunststoffe“ (EMProBio), die vom Thüringer Zentrum für Maschinenbau (ThZM) koordiniert wird.

Die Forschungsgruppe – gefördert vom Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus – läuft von Januar 2025 bis Dezember 2026 und verfolgt ein klares Ziel: Produktionsverfahren für biogene Kunststoffe so weiterzuentwickeln, dass Energieverbrauch, Rohstoffeinsatz und CO₂-Emissionen deutlich sinken. Im Mittelpunkt stehen endkonturnahe Fertigungstechnologien und Verbundwerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen.

Workshop EMProBio 20.05.25

Neben der AG Bliedtner (Fertigungstechnik und Fertigungsautomatisierung) der Ernst-Abbe-Hochschule Jena stellten die Forschungspartner Technische Universität Ilmenau (Fachgebiete Produkt- und Systementwicklung, Qualitätssicherung und Industrielle Bildverarbeitung), Hochschule Schmalkalden (Fachgebiet Angewandte Kunststofftechnik), GFE – Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden e. V. sowie ifw Jena | Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH - erste Arbeitspakete und Lösungsansätze vor. Gemeinsam mit dem Industriebeirat wurden anschließend Anwendungsfelder und Erwartungen diskutiert – ein wichtiger Impuls für die praxisnahe Ausrichtung der Forschung. Zudem wählte der Beirat einen Sprecher aus seinen Reihen.

Der Industriebeirat setzt sich aus Vertretern folgender Unternehmen zusammen:

RITTWEGER und TEAM GmbH · KOMOS GmbH · wilhelm-plastic GmbH & Co. KG · Formconsult Werkzeugbau GmbH · Arnstädter Werkzeug- und Maschinenbau GmbH · WIS Kunststoffe GmbH · KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH · ZBS e. V.

Den Abschluss bildete eine Laborführung an unserer Hochschule. Wir danken allen Beteiligten Partnern, der Thüringer Aufbaubank und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur – für ihre Unterstützung.

Im Verlauf des Forschungszeitraums werden weitere Workshops an wechselnden Standorten bei den Projektpartnern stattfinden, um regelmäßig über den Arbeitsstand zu berichten, Forschungsergebnisse zu präsentieren und den Austausch mit dem Industriebeirat fortzusetzen. Mit EMProBio schlägt Thüringen ein weiteres Kapitel auf dem Weg zu einer nachhaltigen, innovativen und industriell anschlussfähigen Kunststoffverarbeitung auf.

Detailliertere Informationen zu den Projektinhalten sind hier zu finden.

Die 21. Rapid.Tech 3D Messe ermöglichte erneut einen tiefgehenden Einblick in aktuelle Innovationen und zukunftsweisende Anwendungen aus dem Bereich des 3D-Drucks. Die AG Bliedtner war selbstverständlich mit dabei und stellte vom 13. bis 15. Mai 2025 ihre vielfältigen Aktivitäten in Lehre, Forschung und Transfer einem internationalen Publikum von über 2.500 Besucherinnen und Besuchern vor. Am Messestand tauschte sich das Team in zahlreichen spannenden Gesprächen mit Fachleuten und Interessierten über verschiedene 3D-Druckverfahren und -materialien aus, gab detaillierte Einblicke in die präsentierten Exponate, knüpfte neue Kontakte und informierte darüber, wie der 3D-Druck in das Studium an der Ernst-Abbe-Hochschule eingebunden ist.

Der Publikumsmagnet an unserem Stand waren in diesem Jahr verschiedene Bauteile aus geschäumtem Kunststoff, die über Granulatextrusion hergestellt wurden. Dabei handelt es sich um Exponate aus dem TAB-geförderten Projekt „3D-Schaum“, an dem neben der AG-Bliedtner auch Kcd Kunststoffe, Additive und Beratung GmbH und Ditte Eppelin GmbH & Co. KG beteiligt sind. Ziel des Projekts ist eine ressourceneffiziente Herstellung von individualisierten Verpackungen für empfindliche Produkte und Bauteile in Einzelteil- und Kleinserienfertigung.

Ein weiteres Highlight war die Präsentation des Projektposters „Technische Niere“ durch Hans Georg Pensel im Rahmen der „Technical Deep Dives”. Bei diesem Veranstaltungsformat handelt es sich um eine Postersession, bei der die Poster an Ständen platziert sind. Innerhalb einer Stunde findet alle zehn Minuten eine Postervorstellung an den jeweiligen Ständen statt, an der Interessierte teilnehmen können. Die „Technical Deep Dives“ stießen auf große Resonanz und wurden vom Kongresspublikum rege genutzt.

Bild News AG Bliedtner ger.Auflösung

Bildquelle: Volker Heineck (links) und Toni Wille (rechts)

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