Zahlreiche Studien prognostizieren den additiven Fertigungsverfahren eine wichtige Rolle als Schlüsseltechnologie, insbesondere im Zusammenhang mit einer zunehmend individualisierten Produktion. Immer neue Materialien und Verfahren werden entwickelt und zunehmend in der industriellen Produktion eingesetzt. Ein zentrales Thema spielen dabei Fragen der Qualitätssicherung und Messtechnik von additiv gefertigten Bauteilen und die online-Prozesskontrolle.

3D-Druck-Anwender aus verschiedenen Branchen, Hersteller von Sensor- und Messtechnik, Wissenschaftler, Softwareentwickler und Hersteller von 3D-Druck-Komponenten trafen sich am 8. März 2018 zu einem Workshop an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, um über aktuelle Herausforderungen der Qualitätssicherung in der additiven Fertigung zu diskutieren. Initiiert wurde die Veranstaltung durch das Projekt HyAdd3D der EAH Jena im Rahmen der BMBF-Initiative ProMat_3D (Additive Fertigung – Individualisierte Produkte, komplexe Massenprodukte, innovative Materialien).

Verschiedene Fachvorträge, eine Diskussion und ein World-Café zur Erfassung konkreter Anforderungen an Lösungen für ein sicheres und zugleich handhabbares Qualitätsmanagement waren Inhalt des Workshops. Vor allem die Beispiele aus den Fachvorträgen gaben interessante Einblicke zu den Herausforderungen der Qualitätssicherung in der additiven Fertigung und waren Ausgangspunkt für das spätere Diskussionsforum:

• Niklas Eschner vom KIT referierte über die „Entwicklung einer akustischen Prozessüberwachung für das Laser-Strahlschmelzen“,
• Volker Renken vom Bremer Institut für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft (BIMAQ) stellte „Möglichkeiten zur Fehlerreduktion in der additiven Fertigung
   durch Sensorintegration und eine adaptive Regelungsstrategie“ vor und
• Angelina Marko vom IPK präsentiert Inhalte aus dem Projekt „Qualitätsmanagement für die sichere und robuste Additive Produktion“.

Bei einem Rundgang durch die Labore des Fachgebiets wurden verschiedene Anwendungen live demonstriert. Auch hier setzten die über 40 Workshop-Teilnehmer ihre Fachdiskussionen und den Erfahrungsaustausch fort. Das Projekt Modellfabrik 3D-Druck beteiligte sich ebenfalls aktiv an diesem Workshop und nutzte die Gelegenheit, mit Anwendern und Experten ins Gespräch zu kommen.

Für einen weiteren Workshop besteht der Wunsch, vor allem Industrievertreter (Anlagenhersteller und Materiallieferanten) als Referenten einzuladen, um den thematischen Diskussionskreis zu erweitern.
QM-Workshop 2018
Bilder: Bernd Würtele, Caroline Reinert und Constance Möhwald